Fakten und Zahlen

Wie groß ist das Loch, das der Fernseher in Ihren Geldbeutel reißt?

Es ist erstaunlich, wie viel Strom ein Fernseher im Vergleich zu anderen Haushaltsgeräten verbraucht – und wie teuer Fernsehen somit eigentlich ist. Die Grafik unten stellt die jährlichen Betriebskosten verschiedener Haushaltsgeräte einander gegenüber:

Cost of Products

Fernseher-Angaben entstammen dem Fraunhofer-Bericht, die restlichen der Carbon Footprint Website.

Würden die über 7 Millionen terrestrischen digitalen TV-Empfänger in Großbritannien durch IDTVs ersetzt, ließen sich rund 45 Millionen Pfund (etwa 74 Millionen Euro) an Stromkosten einsparen.

Close Move

IDTV

IDTVs (manchmal auch „iDTV“ geschrieben) sind integrierte digitale Fernsehgeräte, die terrestrisches Digitalfernsehen ohne Set-Top-Box empfangen können.

Quelle: ENERGY SAVING TRUST

Warum ist es so wichtig, TV-Geräte energieeffizient zu machen?

Private Haushalte sind für rund ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Großbritannien verantwortlich – sie tragen somit in beträchtlichem Maße zur Entstehung von Treibhausgasen bei.

Fernsehapparate haben in der EU im Jahr 2005 insgesamt 54.000 GWh Strom verschlungen. Sollte nichts getan werden, um TV-Geräte energieeffizienter zu machen, wird der Verbrauch bis 2010 auf 91.000 GWh jährlich anwachsen und bis 2020 sogar auf 116.000 GWh – das entspricht einer Steigerung von 115 % in gerade mal 15 Jahren!

Schätzungen zufolge wird jeder Haushalt in der EU im Jahr 2010 über zwei Fernseher verfügen, davon rund 23 % mit großformatigem Bildschirm mit einer Abmessung von 36 bis 65 Zoll (2005 waren es noch 4 %).

Würden hingegen Maßnahmen eingeführt, die Hersteller dazu verpflichten, ihre Geräte energieeffizienter zu machen (siehe EU-Gesetzgebung), ließe sich der Stromverbrauch durch Fernseher in der EU bis zum Jahr bis 2020 auf schätzungsweise 70.000 GWh drosseln.

Welche TV-Geräte sind energieeffizient?

• Wer beim Kauf eines Fernsehers Köpfchen beweist, kann eine Menge Strom (und damit auch Bares) sparen, denn TV-Geräte unterscheiden sich je nach Größe, Typ und Technologie– und auch danach, ob sie HD Ready sind – teilweise massivst im Stromverbrauch. Weitere Informationen erhalten Sie, indem Sie unseren einfachen SCHRITTen bei der Wahl Ihres TV-Geräts folgen.

• Der durchschnittliche Stromverbrauch von Fernsehgeräten lässt sich nur schwer bestimmen, denn kein Apparat ist wie der andere – den „normalen Fernseher“ gibt es heute kaum noch. Man schätzt jedoch, dass ein 32 Zoll großer CRT-Fernseher (mit Kathodenstrahlröhre) jährlich an die 292 kWh verbraucht, ein LCD-TV (Liquid Crystal Display) der gleichen Größe rund 310 kWh. Ein 42 Zoll großer Plasma-Fernseher (Durchschnittsgröße bei Geräten mit dieser Technologie) hingegen verschlingt rund 746 kWh pro Jahr.

• Der Stromverbrauch eines Fernsehers hängt von der Bildschirmgröße und der Art des Geräts ab. Größere Bildschirme benötigen mehr Strom als kleine (siehe Themenpunkt Größe) und enthalten außerdem oftmals neuere Technologien wie beispielsweise LCD und Plasma, die mehr Strom verbrauchen als traditionelle (CRT)-Fernseher.

Seit neuestem gibt es Stromzähler mit schnurlosen LCD-Displays, mit denen der Verbraucher den Energieverbrauch einzelner Elektrogeräte nachhalten kann. Die Ergebnisse sind oftmals erschreckend!

Und hätten Sie’s gewusst: Auch die Lautstärke des Fernsehers macht sich im Stromverbrauch bemerkbar. Wer leiser schaut, spart!

Hinweis

Denken Sie daran, Ihren Händler nach dem tatsächlichen Stromverbrauch von Fernsehgeräten zu fragen – verlassen Sie sich nicht allein aufs Etikett!

Standby: Pro und contra

Der Stromverbrauch im Normalbetrieb ist der wichtigste Faktor bei der Bestimmung der Klimaverträglichkeit von Fernsehgeräten.

Ein konventioneller Röhrenfernseher CRT) verbraucht im Normalbetrieb durchschnittlich 100, im Standby-Modus etwa 2 Watt. Neuere LCD- und Plasma-Bildschirme benötigen mehr Strom, die neuesten Modelle bis zu 400 Watt (4 Watt im Standby-Modus). BBC NEWS ONLINE – OKT. 2006

Der Standby-Betrieb macht rund 15 % des gesamten Stromverbrauchs von Fernsehgeräten aus. Wenn jeder EU-Bürger daran dächte, den Standby-Knopf an seinem Fernseher auszuschalten, ließen sich pro Jahr mehr als 8.100 GWh einsparen – das entspricht der vollen Kapazität von zwei Kraftwerken!

Mit neuen Technologien lässt sich der Stromverbrauch im Standby-Modus um 90 % reduzieren. Aus diesem Grund hat die IEA die Industrienationen dazu aufgefordert, den Standby-Stromverbrauch für alle Geräte bis zum Jahr 2010 auf 1 Watt zu senken.

Es gibt Vorrichtungen, die die Stromzufuhr zu Geräten im Standby-Modus unterbrechen.

Was tut die EU?

Die Europäische Kommission hat die EuP-Direktive „Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte“ (Eco-design of Energy-using products) erlassen. Sie sieht die Einführung von Maßnahmen vor, die die Energieeffizienz 14 unterschiedlicher Produktgruppen, darunter auch Fernsehgeräte, steigern soll. (Siehe EU-Gesetzgebung für weitere Informationen).

Besonders energieeffiziente Produkte werden mit dem EU-Umweltzeichen gekennzeichnet. (Siehe Links für weitere Informationen)

Eine Überprüfung des Nationalen Verbraucherrats ergab, dass nur eines von insgesamt 350 untersuchten Elektrogeräten ein Energieverbrauchsetikett aufwies.


Energieeffizienz in Haushalten: Verbraucher im Dunkeln

Eine neue Marktstudie der Ashdown Group hat gezeigt, dass die Verbraucher in ganz Europa nur wenig darüber wissen, wie viel Strom – gemessen am gesamten privaten Stromverbrauch – die Haushaltsgeräte verbrauchen. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Verbraucher eine Ausweitung der Kennzeichnung der Energieeffizienzklassen auf weitere elektronische Geräte, wie z.B. Fernsehgeräte begrüßen. Eine solche Kennzeichnung würde den Verbrauchern nicht nur eine informative Basis für eine Kaufentscheidung bieten, sondern wäre auch dem Ziel der Energieeffizienzsteigerung sehr dienlich.

Energieverbrauch privater Haushalte - eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse

Die Studie der Ashdown Group zeigt, dass mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in der EU glauben, dass ihr alltäglicher Lebensstil signifikante Auswirkungen auf die Umwelt hat. Diese Ansicht teilte vor allem die jüngere Altersgruppe, 72 % der 18-24 Jährigen glauben, dass alltägliche Aktivitäten umweltschädlich sind. 4000 Menschen aller Altergruppen wurden in Spanien, Großbritannien, Frankreich und der Tschechischen Republik befragt, um einen Eindruck über bestehende Ansichten zu gewinnen.

EU Energiestatistiken zeigen, dass dies eine begründetet Befürchtung ist. Der Energieverbrauch privater Haushalte stieg zwischen 1990 und 2005 um 16 Prozent und ist verantwortlich für ungefähr 27 Prozent des gesamten EU Energieverbrauchs (1). Da Verbraucher vermehrt Haushaltsgeräte anschaffen, wird der Energieverbrauch privater Haushalte erwartungsgemäß weiter steigen.

Vor dem Hintergrund des sichtbar werdenden Klimawandels, der steigenden Energiepreise und der Ressourcenknappheit ist es umso wichtiger, die Energieeffizienz zu verbessern und den Energieverbrauch zu reduzieren.

Kenntnis der Verbraucher über den Energieverbrauch von Haushaltsgeräten

Auf die Frage, die Haushaltsgeräte aufzuführen, die am meisten Energie verbrauchen, nannten die Befragten Kühlschranke, Gefriergeräte, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen und Mikrowellen.

Tatsächlich tragen jedoch Fernsehgeräte einen sehr großen Teil zum gesamten Energieverbrauch bei. In 2005 betrug der Energieverbrauch von Fernsehgeräten 54.000 GWh des EU Energieverbrauchs, was in etwa 63 Millionen Tonnen Öl entspricht (2).

Ein 32 Zoll LCD Fernsehgerät verbraucht in einem Jahr mehr Elektrizität als jedes andere Haushaltsgerät. Ein 42 Zoll Plasma TV-Gerät verbraucht beinahe doppelt soviel wie ein kombiniertes Kühl-Gefriergerät (3).

Wenn keine umgehenden Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Geräten ergriffen werden, wird ein  Anstieg des Energieverbrauchs um 115% bis zum Jahre 2020 in der EU vorhergesagt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die durchschnittliche Anzahl von Fernsehgeräten pro Haushalt ebenso wächst wie deren durchschnittliche Größe. Größere TV-Geräte, bei denen oft die Plasma oder LCD Technologie verwendet wird, neigen zu einem höheren Energieverbrauche als die kleineren CRT (Cathode Ray Tube) – Geräte.

Dennoch identifizierten nur 35 Prozent der Befragten TV-Geräte als die am meisten Energie verbrauchenden Geräte.

Dies ist wiederum nicht verwunderlich. Momentan liefern Fernsehgerätehersteller nur wenige Informationen über den Energieverbrauch ihrer Produkte und die übermittelten Informationen sind oft verwirrend und missverständlich. Das National Consumer Council, die nationale Verbraucherorganisation in Großbritannien berichtet, “es gibt kaum Informationen für diejenigen Verbraucher, die eine grüne Wahl treffen möchten (wenn sie Unterhaltungselektronik kaufen).“ (4)

Der geringe Kenntnisstand bezüglich der Energieeffizienz von Fernsehgeräten lässt darauf schließen, dass Verbraucher von mehr Information über den Energieverbrauch eines Fernsehgeräts profitieren würden. Ebenso wie die A-G Energiekennzeichnung für Weiße Ware die Kaufentscheidungen hin zu mehr energieeffizienten Geräten positiv beeinflusst hat.

Klare, zuverlässige Informationen zum Energieverbrauch von TV-Geräten ermöglichen es dem Verbraucher, eine informierte Wahl beim Kauf zu treffen. 

Die Vorteile einer Energiekennzeichnung für die Verbraucher

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Energiekennzeichnung als eine übersichtliche und vertraute Informationsquelle hinsichtlich der Energieeffizienz eines Produktes erachtet wird. 47 Prozent der Befragten glauben, dass ein unabhängiges Kennzeichnungssystem die wichtigste Informationsquelle für den Kauf eines energieeffizienten Haushaltsgeräts ist, wohingegen nur 14 Prozent die Informationen des Herstellers beim Point of Sale als entscheidend erachten.

Verschiedene Studien zeigen, dass eine Energieverbrauchskennzeichnung zu einem stärkeren Absatz von energieeffizienten Geräten führt, diese Umfrage bestätigt diese Erkenntnisse. Einer von fünf Befragten erklärt, dass Energieeffizienzlabel „werde als erstes beim Kauf eines elektronischen Geräts berücksichtigt.“ In Frankreich bestätigen 36 Prozent diese Aussage.

Es wir geschätzt, dass sich seit Einführung des ersten verbindlichen Energieeffizienzlabels für Weiße Ware 1996 die Energieeffizienz von in Europa gekauften  Kühl-, Gefriergeräten, Waschmaschinen und Trocknern um 20-35 Prozent gesteigert hat.

Die Europäische Kommission untersucht im Rahmen der EUP-Richtlinie (Energy Using Products Directive) oder - besser bekannt als - Ökodesign-Richtlinie gerade, wie man die Energieeffizienz von verschiedenen Produktgruppen, wie z. B. Fernsehgeräten verbessern kann.
Ein aktueller Bericht des Fraunhofer IZM Instituts, der von der Kommission in Auftrag gegeben wurde, empfiehlt bereits eine verbindliche Verbrauchskennzeichnung für Fernsehgeräte, da dies die Energieeffizienz dieser Produkte erheblich verbessern würde.

Die Kosten der Energieeffizienz für den Verbraucher

Es ist durchaus möglich die Energieeffizienz von Fernsehgeräten nachhaltig zu verbessern ohne die Hersteller, Verkäufer und Verbraucher zu belasten:

Dem Fraunhofer Bericht zufolge könnte eine erhebliche Verbesserung der  Energieeffizienz von Fernsehgeräten mit nur geringen zusätzlichen Kosten für die Hersteller erzielt werden, in manchen Fällen sogar gänzlich ohne zusätzliche Kosten.

Die Umfrage zeigt, dass die Verbraucher  bereit sind für energieeffiziente Produkte mehr zu zahlen. 70 Prozent der Befragten antworteten, dass sie bereit wären, einen Aufpreis bis zu 5 Prozent für die energieeffizientesten TV Geräte zu zahlen. 53 Prozent der Befragten würden sogar bis zu 10 Prozent mehr zahlen.

Zusammenfassung

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1. Europäische Kommission Generaldirektion Energie und Verkehr, „Energie und Verkehr in Zahlen: 2007“, Tabelle 2.6.1

2. Zahlen errechnet unter Verwendung des Zahlenmaterial des Department of Business, Enterprise and Regulatory Reform (http://www.berr.gov.uk/energy/statistics/source/notes/page18916.html ) und des Fraunhofer IZM, EuP Vorbereitungsstudie Lot 5 (TV), Abschlussbericht Task 8

3. http://www.carbonfootprint.com/energyconsumption.html

4. Lucy Yates, National Consumer Council, „Informations- Blackout: Warum Nutzer von elektronischen Geräten im Dunkeln tappen.“